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Proseminar - Herbert Reisinger
Krummnußbaum
A Ortsgeschichte

1 Ort Krummnußbaum

2 Die erste urkundliche Erwähnung

3 Die Zeit der beiden Weltkriege


B Die Pfarrgeschichte von Krumnußbaum

1 Die Mutterpfarre Pöchlarn

2 Die Errichtung der eigenen Pfarre

3 Planung und Bau der neuen Pfarrkirche “Maria Immaculata”

4 Die Pfarre heute

5 Das Jahr 1997 - Abschied von zwei großen Persönlichkeiten der Pfarre und der Gemeinde

6 Gruppierungen und Einrichtungen in der Pfarre

7 Kleinkunstdenkmäler

A Ortsgeschichte

1 Ort Krummnußbaum

Die Marktgemeinde Krummnußbaum liegt im Bezirk Melk, am westlich Ende der Pöchlarner Ebene, geographisch begrenzt durch den Sittenberg im Süden und der Donau im Norden. Die östlichen Nachbarn sind die Stadtgemeinde Pöchlarn und die Marktgemeinde Golling an der Erlauf. Im Westen befindet sich die Gemeindegrenze am Wallenbachberg an die Stadtgemeinde Ybbs an der Donau.

1.1. Namensursprung

Die etymologische Wurzel zu “Krummnußbaum” lautet “beim krumm gewachsenen Nußbaum.”Der Ortsname leitet sich ab von den krummen Nußbäumen, die damals bei den Fischerhütten an der Donau standen und wo eben diese Stelle, besonders in der Nord- Süd Verbindung als markanter Wegweiser für alle diente, die die Donau überqueren mußten.

1.2. Krummnußbaum - alter geschichtlicher Boden

Daß die Gegend um und von Krummnußbaum ein altes Siedlungsgebiet ist, das beweist ein steinernes Sichelmesser aus der Jungsteinzeit, das 1964 in Annastift gefunden wurde. Den Römern dürfte die Lage des Marktes damals zur Verteidigung ihrer Nordgrenze gepaßt haben, denn ein Wachturm soll auf der “Burgstalleiten”, vorgelagert dem röm. Standlager Arelape in Pöchlarn gestanden sein. Denn Reste einer Befestigung sind auf der “Burgstalleiten” erkennbar, doch das Alter läßt sich aufgrund der Art der Anlage nicht endgültig bestimmen, da ähnliche Befestigungsanlagen sowohl urgeschichtlich als auch frühgeschichtlich auftreten. Bereits zur ersten Jahrtausendwende wurde das heutige Gemeidegebiet wirtschaftlich genutzt, viele alte Flurbezeichnungen sind der bäuerlichen Bevölkerung heute noch erhalten geblieben.

2 Erste urkundliche Erwähnung

In einer gefälschten Bestätigungsurkunde des 13. Jahrhunderts wird mit dem Datum 5.9.1073 erstmals der Name des heutigen Marktes Krummnußbaum, als “Chrumbinuzbuome” erwähnt. Pfalzgraf Kuno soll nach dieser Urkunde dem Benediktinerstift Rott am Inn ein Grundstück in “Chrumbinuzbuome” geschenkt haben. Das Kloster Rott wurde jedoch erst 1081 gegründet. In diese Zeit reichen auch die Anfänge des jetzt bestehenden Schlosses durch die Errichtung eines “Oratoriums”. Papst Alexander III. bestätigte am 4. April 1179 den Besitz des Klosters in “Crumbinuzbonne”. Sehr früh wurde Krummnußbaum und die Burg, die aus dem Kloster entstand ein Lehen der Bischöfe von Regensburg unter deren Herrschaft auch Pöchlarn stand. Zur Hofmark in Pöchlarn gehörte im Jahr 1334 in “Chrombnuzpavnn” ein Lehen. Die Obrigkeit lag beim Gut Krummnußbaum, Landgericht war Peilenstein zu St.Leonhardt am Forst. Im 14. Jahrhundert wird der Besitz mit den Einküften aus diesem Gebiet vom Bistum Regensburg als Lehen vergeben. Zu dieser Entwicklung äußert sich der abgeordnete Kommissär in Pöchlarn, der Domherr Heinrich der Paulsdorfer von Regensburg und er meint, daß Krummnußbaum “dem Hochstifte heimgefallen sei”. Die Ritter, Dietmar und Werner, die Söhne Heinrichs von Panbruck werden zunächst mit dem Besitz belehnt, verzichteten 1283 auf den großen Besitz in Krummnußbaum. 1362 fiel das Lehen erneut an das Bistum zurück; daran anschließend war es Pfand des Hans Knamper zu Gerchfeneck, über ein Darlehen von 250 Pfund, nach der Begleichung des offenen Betrages, gab er den Besitz wieder dem Bischof von Regensburg.

2.1. Bau des Schiffmeisterhauses - 1430

Der Bau des heutigen Gasthauses “ Zum Schiffmeister” wurde im Jahr 1430 errichtet. Es ist wahrscheinlich, daß der Bau von Anfang an als Herberge und Schenke für die Fuhrleute und Wanderer an der Donau diente. Der Bau hat spätbarocke Formen, mit gedrungener kubischer Gestalt mit einem abgewalmten Satteldach. Die Fenster sind mit spätbarocken Maschengittern versehen. Die Fassade ist schlicht gegliedert durch glatt vertiefte Faschen zwischen Rieselputz. Kaiserin Maria Theresia (1740 - 1780) vergab eine Konzession für das Schiffmeistergewerbe in Krummnußbaum.

2.2. Erste Erwähnung des Schlosses

Die erst Erwähnung des Schlosses reicht in das Jahr 1437 zurück, als Amtshof des Herrn von Losenstein, sein Amtsmann in Krummnußbaum ist Hans Radendorfer. Durchaus ganz aktuelle Probleme unserer Zeit beschäftigten schon Gregor von Losenstein: Er wird aufgefordert das Ungeld (= unsere heutige Getränkesteuer), von dem in Krummnußbaum ausgeschenkten Wein zu entrichten. Er antwortete darauf: “Diese Steuer sei hier nie bezahlt worden; sie haben keine Landstraße, der Wein sei sauer und werde in großen Maße geschenkt, wobei ein Eimer 13 Achtering ausmache.” Doch kommt auch Krummnußbaum um die Abgaben in Zukunft nicht herum, denn die Leistung die Steuer wird nach dem kleinen Maß festgesetzt.

2.3. Geschichtliche Entwicklung ab dem Jahr 1500

Im Jahr 1500 gab es in unserem Ort bereits 25 Häuser im Bereich der heutigen Marktstraße. Doch war auch unser Gebiet immer wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen, die die Entwicklung des Ortes vor einen Neuanfang stellte. So stehen am 28. September 1529 feindliche Truppen der Türken vor der befestigten Stadt Pöchlarn, da sie gegen die wehrhafte Stadt nichts auszurichten vermögen, werden die ungeschützten Orte außerhalb angezündet, dabei werden auch die wenigen Häuser in Krummnußbaum vom Feuer zerstört.21 Aber nach den Wirrnissen der ersten Türkenbelagerung kommt der Aufbau in Krummnußbaum weiter voran. Dietmar von Losenstein legte 1544 ein Urbar der Herrschaft an. Bei einem Großbrand im Jahr 1578 wird der Ort abermals zerstört.23In der folgenden Zeit wechselt die Herrschaft sehr oft den Besitzer. In der Zeit um 1590 ist Andreas Schnätterl v. Thornau zu Ernegg Inhaber des Gutes in Krummnußbaum und dazu gehören inzwischen 39 Häuser. Sein Nachfolger ist um 1613 der kaiserliche Mautner in Ybbs Hans Schrötel von Schröttenstein, ihm folgt 1628 auf Grund von Schuldforderungen Susanne Geiger und schließlich wird Matthias Händl Besitzer. 24Durch sein Testament geht das Gut an seinen Schwiegersohn Hans Adam Eusebius von Völderndorf über, er wird 1644 mit den Gütern und Dörfern Krummnußbaum und Golling vom Bischof in Regensburg belehnt. 1682 treten die Grafen Starhemberg die Herrschaft in Krummnußbaum an.25Bei der neuerlichen Bedrohung durch die Türken 1683 blieb unser Ort vor größerer Zerstörung bewahrt; die Bewohner konnten in Pöchlarn wieder wie bei der ersten Türkenbedrohung Zuflucht finden.

2.4. Krummnßbaum wird freies Allod

Ein wichtiges Datum für die weitere Entwicklung des Ortes war das Jahr 1803. Seit diesem Zeitpunkt war Krummnußbaum nicht mehr Regensburger Lehen sondern freies Allod. Auf die Grafen Starhemberg folgt 1820 als Schloßbesitzer der Grieche Charis, Baron v. Kephalos. An seine Person knüpft sich die unrühmliche Geschichte, daß er das Gut von Krummnußbaum von veruntreuten Sammelgeldern gekauft hat ,schließlich sein Tun in seinem Heimatland aufgedeckt und er dafür gehängt wurde. Nachdem die Franzosen bereits 1741 und 1801 in unserem Land waren, bedrohen sie auch 1805 unsere Heimat. Viele Menschen flüchteten über die Donau; bedingt durch die Einquartierungen entstand ein Engpaß in der Nahrungsmittelversorgung und so mußte Krummnußbaum aus dem kaiserlichen Magazin 160 Metzen Korn und 80 Metzen Hafer anfordern.

2.5. Entstehung des Ortsteiles Annastift

Die Gf. Esterhazy waren von 1823 - 1840 Besitzer von Krummnußbaum. Der heutige Ortsteil Annastift geht auf eine Stiftung der Gräfin Maria Anna Esterhazy im Jahr 1828 zurück: Bei Holzarbeiten im Wald verunglückt ein Knecht nahe einer Marienquelle. Für die Angehörigen ließ die Gräfin ein Heim erbauen , das ist der Ursprung der heutigen Siedlung. Die Gf. Esterhazy veräußern schließlich ihre Besitz in Krummnußbaum an die aus Sachsen stammenden Frh. v. Bors und Borod, die auch die Herrschaft in Pöchlarn besaßen.

2.6. Krummnußbaum wird eigenständige Gemeinde

Die politischen Veränderungen nach dem Revolutionsjahr 1848 bringen schließlich auch für Krummnußbaum eine selbständige Verwaltung als Gemeinde. Im Jahr 1850 folgt der Zusammenschluß der Katastralgemeinden Krummnußbaum und Golling zur neuen Ortsgemeinde Krummnußbaum. Die Zusammenarbeit sollte aber nur bis zum Jahr 1923 dauern. Durch die Arbeiterschaft der Hanf- und Juteindustrie in Neuda war die Arbeit in der Gemeinde vor allem sozialdemokratisch geprägt, das führte zu Spannungen in der Gemeinde und das führte schließlich zur Gemeindetrennung, die 1923 erfolgte. Golling, Neuda, Hinterleiten, Sittenberg und Holzern bilden die Gemeinde Golling. Krummnußbaum, Annastift, Neustift und Wallenbach formen die Gemeinde Krummnußbaum.

2.7. Wirtschaftlicher Aufschwung - Entdeckung eines Tonerdelagers

Für das Wachstum des Ortes hat das Jahr 1851 eine wichtige Rolle gespielt. In der Nähe des Schlosses wurde weiße Tonerde entdeckt, die sich zur Herstellung von Porzellangeschirr eignete.Nachdem am Anfang die gewonnene Erde noch mit Schiffen nach Wien gebracht wird, errichtet 1855 der Gutsbesitzer Schmidt aus Donaudorf einen Ziegelofen zur Herstellung feuerfester Ziegel. Zum richtigen Aufschwung des Werkes kommt es 1891, als August Rath das bereits bestehende Porzellan- und Chamottewerk von Johann Poduschka erwirbt. In den folgenden Jahren wird der Standort durch innovative Ideen, steigende Mechanisierung und mit Kooperation mit wichtigen Stahlerzeugern zu einem großen internationalen Unternehmen. Im Gespräch mit den Mitarbeitern habe ich festgestellt, daß angesichts der angespannten Marktsituation und der Umstrukturierungen man auch in diesem Betrieb einen erhöhten Leistungs- und Erfolgsdruck spüren kann Ein negativer Entscheid Österreichs in der europäischen Integration hätte außerdem den Standort gefährdet. Ich bin aber der Meinung das Werk für die Arbeitsplätze am Ort und die Finanzerstellung der Gemeinde ein unverzichtbarer Bestandteil ist. Einen Einschnitt stellt -auch im Sinne des Wortes- in der Geschichte des Ortes, der Bau der Westbahn 1858 dar, weil die Bahn Krummnußbaum in eine südliche und in eine nördliche Hälfte teilt. Dennoch ließ erst die Westbahn die Gemeinde am wirtschaftlichen und technischen Aufschwung teilhaben. 1860 wurde der Fährverkehr zwischen den beiden Orten mit einer “fliegenden Brücke” aufgenommen. Im Lauf der Geschichte hat sich in der Verbindung zum Nachbarn jenseits der Donau in der Art und Weise der Mittel oftmals verändert

2.8. Von der Zille zur Motorfähre - Überquerung des Donaustromes im Wandel der Zeit

Bereits 1319 war “Chrvombnuzpavn” mit Marbach mit einer Überfuhr durch Zillen und Plätten verbunden. Die Herrschaft Krummnußbaum verpachtete in der Höhe von 280 Gulden (für je ein Jahr) die Überfuhr an den Donaugasthof. Krummnußbaumer Hausbesitzer konnten sich die freie Überfuhr durch Zahlung von Naturalien erkaufen. Das machte, zum Beispiel 1827 einen Metzen (50kg) Weizen , oder “einen gesunden Stamm” Holz aus. Große Einnahmen brachten vor allem die Wallfahrer. Um das Jahr 1830 betragen die Einnahmen im Mai etwa 600 Gulden. Angesichts der heutigen geringen Auslastung des Fährbetriebes ist es kaum vorstellbar, daß die Wallfahrer zu “Tausenden” die Überfuhr in Anspruch nahmen.Beigetragen zur weiteren Entwicklung und zu einer Forderung nach größerer Effizienz des Transportes hat der bereits erwähnte Bau der Westbahn. Eil- und D- Züge machten Halt in Krummnßbaum für die Pilger nach Maria Taferl. Nach Übereinkunft mit der Herrschaft Krummnußbaum wird aufgrund des erhöhten Bedarfes im Auftrag der Gemeinde Marbach die “fliegende Brücke” angeschafft, 1903 wird diese auf eine Rollfähre umgebaut und 1954 kommt es zum Neuankauf einer Rollfähre. Das vorläufig letzte Kapitel im Fährverkehr zwischen den beiden Orten wird am 11. Februar 1982 geschrieben. In der Chronik der Hauptschule ist zu lesen: “ Heute nahm die neue Motorfähre ihren Betrieb auf. Innerhalb von einigen Stunden waren die Anlegestellen und die Rollfähre, mit der die Schüler noch am Morgen zur Schule kamen, abmontiert und abtransportiert. Die neue Motorfähre hat 60 Sitzplätze und ist modernst ausgerüstet (Radar) und fährt nach einem Fahrplan während die Rollfähre früher nach Bedarf fuhr.” Ich glaube, daß die Verbindung zu Marbach an der Donau zunehmend in den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat. Es ist verabsäumt worden durch eine attraktivere Gestaltung des Fährplanes eine engere Verbindung der Marbacher und Krummnußbaumer Wirtschaft herzustellen. Ich denke, daß es durch den lang erhofften Bau der Pöchlarner Brücke es immer wahrscheinlicher wird, daß der defizitäre Fährbetrieb völlig zum Erliegen kommt. Vielleicht fällt Krummnußbaum in verkehrstechnischer Hinsicht in die Zeit vor 1319 zurück, als es noch keine Verbindung zu Marbach gab.

2.9. Beginn des Schulbetriebes in Krummnßbaum
Bedingt durch die wachsende Bevölkerung war auch der Wunsch nach einer eigenen Schule im Ort. Am 4. Oktober 1891 wird diese unter dem damaligen k.k. Bezirkshauptmann Heinrich Freiherr Conrad von Eibesfeld aus St. Pölten und des k.k. Bezirksschulinspektors Josef Tym eröffnet.
2.10. Geschichte des Schlosses ab dem 19. Jahrhundert
Besitzer des Schlosses ab 1900 sind die Freiherrn Tinti. Friedrich Freiherr v. Tinti verkaufte 1912 das Schloß an Josef Frh. Gf. v. Sizzo- Noris. Nach Graf Giuseppe ist eine Schweizerin Besitzerin des Schlosses. Da es 1938 in deutsches Eigentum übergeht wird es 1945 von den Russen beschlagnahmt.. Das Schloß gehört heute dem Sattlermeister Jentsch aus Wieselburg.
2.10.1. Krummnußbaumer Schloß

Den Bekanntheitsgrad über die Gemeindegrenzen hinaus hat das Schloß vor allem der Dichterin Enrica von Handel Mazetti zu verdanken. In ihrem Roman “Jesse und Maria” spielen die einstigen Schloßbesitzer Völderdorfer und das Schloß Krummnußaum eine wichtige Rolle: “ Da siehe der Ort Groß-Krummnußbaum, freundlich weiß vom schwarzen Tann sich hebend ... nun war er beim Schlosse angekommen. Dies liegt oberhalb des Ortes ganz hart am Wald... von einer Steinmauer umfriedigt, die ostwärts ein Türmlein und mitten ein Tor von Stein und Eisen hat.” Für manchen Betrachter erscheint das Gebäude heute nur mehr als ein “unansehnliches Schloß.” Sicherlich hat es nicht die prunkvolle und aufwendige Gestaltung wie vergleichbare anderer Schlösser im Land. Dennoch prägt das Schloß bereits über Jahrhunderte als stummer Zeuge der Vergangenheit das Ortsbild. An der Nordostseite befindet sich ein Turm. Die heutige Bausubstanz, darunter auch ein gewölbtes Kellergeschoß, stammen im wesentlichen aus dem 16. Jahrhundert. Das Schloß wurde später barockisiert und im 19. Jahrhundert weiter ausgebaut. In der Besatzungszeit wird es verwüstet, so daß der Quertrakt im Westen 1945 abgetragen werden mußte. Ich finde es schade, daß dieses Gebäude trotz seiner langen Geschichte für die Krummnußbaumer Bevölkerung keine Bedeutung im Gemeindeleben hat. Das Schloß ist nun in private Hände gelangt und nicht für die Bewohner zugänglich. Mit öffentlicher Hilfe und engagierter Eigeninitative der Einwohner hätte, z.B. auch ein kultureller Treffpunkt für die Bewohner entstehen können.

3 Die Zeit der beiden Weltkriege

Der Erste Weltkrieg

Ein Einschnitt in der Geschichte des Ortes ist der Beginn des 1. Weltkrieges. Bereits im April 1915 werden die ersten Brotkarten ausgegeben, im März 1916 sind es die Zuckerkarten. Wie an vielen Orten konnten auch in Krummnußbaum die Menschen oft nur mit Beeren und Pilzen ihren Hunger stillen. Das wichtige Ereignis der Zwischenkriegszeit ist 1935 Erhebung des Ortes zur Marktgemeinde.

Der Zweite Weltkrieg

Es ist heute anzunehmen, daß die Bevölkerung auch in unserem Ort noch vor dem Kriegsbeginn unter politischem Druck zu leiden hatte. Im Oktober 1938 ist bereits öffentlich bekannt, daß alle 133 Mitarbeiter der Tonwarenfabrik Mitglieder der DAF waren. Die Volksabstimmung über den Anschluß an Deutschland brachte auch in Krummnßbaum eine 100%ige Zustimmung. Während dem 2. Weltkrieg wird mit dem Bau eines Tanklagers begonnen, es entsteht ein Hafen und zu dieser Zeit ist auch die Errichtung ausgedehnte Gleisanlagen geplant. Beim Versuch, Ungeziefer zu vergasen, entsteht am 8.8.1942 ein Großfeuer im Arbeitslager in Annastift.57 Das Lager dient dann als Unterkunft für 470 Umsiedler aus Belgrad, die es im Frühjahr 1943 beziehen.Am 8. Mai 1945 wird das Barackenlager in Annastift zum Quartier für ca. 4000- 6000 russische Gefangene. Dringende Aufgaben ergeben sich nach dem Ende des Krieges für die Gemeinde: Eine drohende Verkarstung des Hügellandes zu verhindern - die Rote Armee schlägerte die Wälder aus, Nahrungsmittelknappheit und das Wohnungsproblem, da viele durch die Beschlagnahme des russischen Militärs obdachlos wurden.

3.1. Entwicklung der Gemeinde bis zur Gegenwart

Nach dem Krieg wird laufend an der Verbesserung der Infrastruktur gearbeitet. Die einst zum Schloß gehörenden Gründe nördlich des Schlosses (südlich und nördlich der Westb.) werden 1964 von der österreichischen Vermögensgesellschaft parzelliert und verkauft. Damit setzte in Krummnußbaum eine rege Bautätigkeit ein. Seit 1975 ist die Katastralgemeinde Diedersdorf bei der Gemeinde Krummnußbaum. Somit umfaßt Krummnußbaum ein Gebiet von 10,08km2, 360 Häuser und nach dem Stand der Volkszählung 1991, 1.300 Einwohner.

Der Gemeinderat umfaßt 19 Mitglieder, davon 12 ÖVP und 7 SPÖ. Seit dem 18.8.1997 ist Robert C. Rausch Bürgermeister. Zu den bedeutenden Errungenschaften in der Nachkriegszeit gehört der Bau der Ortswasserleitung, das Kanalnetz und das Ortstraßennetz. Ein Kindergarten wird errichtet, die Schuleinrichtungen erweitert und modernisiert. Krummnußbaum erhält Eigentumswohnhäuser und ausgedehnte Freizeitanlagen.

B Pfarrgeschichte von Krummnußbaum

1 Die Mutterpfarre Pöchlarn

Vor der Erhebung als eigene Pfarre gehörte Krummnußbaum zu Pöchlarn. Das Bistum Regensburg war seit dem 9. Jh. Grundherr in Pöchlarn, die Peterskirche wird in der ersten Hälfte des 11. Jh. errichtet. Die Hofmark Pöchlarn stand in geistlicher Beziehung zur Mutterpfarre Petzenkirchen. Das Hochstift will im Zentrum ihrer Besitzungen eine eigene Pfarre zu haben und so wird in der zweiten Hälfte des 11. Jh. die Hofmark Pöchlarn aus der Mutterpfarre Petzenkirchen herausgelöst. Seit etwa dem 13. Jh. gehörte Krummnußbaum zur Pfarre Pöchlarn. Bis zur Säkularisation war die Pfarre Pöchlarn Teil der regensburgischen Herrschaft und danach weiter verbunden als Patronatspfarre. Als Pfarre schloß es die regensburgische Herrschaft auf beiden Donauseiten ein. Wallenbach und Neustift werden 1783 nach Säusenstein ausgepfarrt.

1.1. Der Weg zu ersten Kirche in Krummnußbaum

Bedeutend für den Wunsch nach einer eigenen Kirche war auch die Tatsache, das es seit 1891 bereits eine Volksschule gab. Dies erforderte , daß die Schüler nach Säusenstein, Marbach oder Pöchlarn zur Hl. Messe und zum Empfang der Sakramente geführt wurden. Selbst während der Sommermonate drängten die Lehrer darauf, daß die Schüler einmal wöchentlich die Kirche in Marbach besuchen. In der Schulchronik ist zu lesen: “Ich habe den Antrag ... eingebracht, weil wir einsehen gelernt haben, daß es die Kinder es nur zu sehr verlernen oder vergessen, oder vielleicht noch besser gesagt, es gar nie erlernen, sich anständig in der Kirche zu betragen....”

1.2. Gründung des Kirchenbauvereines

Ein Kirchenbauverein wird 1903 gegründet69 Der erste Präsident des Kirchenbauvereines ist Graf Karl v. Montjoye. Der Baugrund wird von Baron Tinti zur Verfügung gestellt, Frau Muttenthaler spendet 300 Kronen Bargeld. Zusätzlich wurde fleißig gesammelt und ein kleines Model von der Kirche wurde als Sammelbehälter im Gasthaus aufgestellt, wo die Gäste ihren Obolus hineingeben konnten.1908 erfolgt unter Bgm. Johann Kerndler die Grundsteinlegung für die neue Filialkirche. Unter dem Pöchlarner Stadtbaumeister Friedrich Aichberger wird zuerst das Prespyterium einer neugotischen Kirche erbaut.1910 wird der Altar aufgestellt und am 22. September 1912 erfolgt die Einweihung durch den Stadtpfarrer aus Pöchlarn Matthias Bauchinger. In der Nähe der Kirche wird 1913 ein Messeleserhaus errichtet. Der Chorbau sollte nur die Vorstufe zu einer noch größeren geplanten Kirche stehen, sie erhält zwar 1930 einen Zubau, doch vermutlich wegen Geldmangels kommt es zu keinem großzügigem Ausbau mehr. Die Länge des Gebäudes beträgt samt dem Turm 40m, die Breite des Chores 7m und des Schiffes 12m. Ein großer Tag in der Pfarrgeschichte war auch der Besuch der erbauten Kirche von Bischof Memelauer. Viele Menschen und der Stadtpfarrer aus Pöchlarn Wiesmüller erwarteten den Gast. Betroffenheit herrschte in der Bevölkerung über den Tod des Pfarrers Johannes Wiesmüller. Der Stadtpfarrer aus Pöchlarn wird am 1. 12 . 1936 gemeinsam mit seiner Schwester ermordet aufgefunden, sein Nachfolger ist Ignaz Moder.

1.2.1. Einrichtung und Ausstattung

Wichtig zur die Entscheidung des späteren Neubaues war auch Einschätzung über den künstlerischen Bedeutung der Einrichtung: Der Bau war gestaltet durch spätromanisch, gotische Formen jedoch ohne durchgehende Konsequenz. Das Chor besaß ein spitzbogiges Tonnengewölbe mit darauf dekorativ angedeutete Steinrippen und Gurten, die ohne durchgehendes System angeordnet waren. Im 1930 angebaute Langhaus war als erwähnenswertes Element, eine breite Spitztonne in Holz mit aufgelegten Rhomben, die eine Art Netzrippengewölbe andeuteten. Die übrige Einrichtung hatte keinen künstlerischen Wert.

2 Errichtung der eigenen Pfarre

Das die Zeit im Ort mit eigener Kirche aber ohne Selbständigkeit als Pfarre sehr mühselig war, davon berichtet auch der Chronist. “Ich wollte gerne in unserer Kirche heiraten, da sagte mir Dechant Haunstein ich soll zum Hochwürdigsten Bischof, um Erlaubnis bitten gehen. Bischof Memelauer sagte mir zu, aber Stadtpfarrer aus Pöchlarn Herr Ignaz Moder schlug es mit der Begründung ab, daß ja dann alle kommen würden.” Dechant Peter Haunstein war ein Flüchtling, ehem. Pfarrer von Sitzgras und Dechant von Zlabings in Südmähren. Er hat wesentlich dazu beigetragen, daß Krummnußbaum einmal eigenständige Pfarre werden konnte. Am 1.1.1948 wird die Pfarrexpositur Krummnußbaum von der Mutterpfarre Pöchlarn aus errichtet. Zu diesem Anlaß spendet die Firma Rath einen von Bildhauer Hans Scheibner gefertigten Taufbrunnen. Den Grund für einen Ortsfriedhof stellen die Wirtschaftsbesitzer Bachinger Josef und Hackner Josef zur Verfügung. Am 23. Mai 1948 gehen erstmals 49 Kinder zur Erstkommunion und in dem selben Jahr gründet Dechant Haunstein eine Volksbücherei. Mit 1.1.1957 wird Krummnußbaum eine selbständige Pfarre, die Pfarrerhebungsfeier findet am 2. Juni statt, erster Pfarrer in Krummnußbaum wird Franz Weiß. Zur Pfarrerhebungsfeier am 1. Juni zog ein Fackelzug abends vom Schulhaus zur Kirche. Vor der Kirche hielten der Stadtpfarrer von Pöchlarn, Geistl. Rat Johann Angerer und Bürgermeister Johann Strunz Ansprachen. Dann gelangte das “Spiel vom Tod” zur Aufführung, einstudiert wurde es mit Bewohnern von Dir. Josef Schmidt. Anfangs gehörten zur Pfarre Krummnußbaum nur der Markt Krummnußbaum, Annastift und Teile von Neustift; Holzern gehört erst seit 1. Sept. 1969 zur Pfarre.

3 Planung und Bau der neuen Pfarrkirche “Maria Immaculata”

Die Bevölkerung in Krummnußbaum ist vor allem nach dem Krieg stark angewachsen und eine rege Bautätigkeit entstand. Dies machte auch die zunehmende Platznot im Kirchenraum deutlich und erforderte Handlungsbedarf für die Pfarrgemeinde. Es gab verschiedene Lösungsvorschläge. Für einen Neubau wurde ein Planungswettbewerb ausgeschrieben. Prof. Zotti versuchte jedoch beim Bischof Franz Zak zu intervenieren, um auch die Möglichkeit eines Zubaues zur bestehenden Pfarrkirche in Erwägung zu ziehen. Bischof Franz Zak meinte jedoch, daß diese Entwürfe zu keinem zufriedenstellendem Ergebnis führen würden. Daher entschloß man sich doch für den Bau einer neuen Kirche. Am 15. Mai 1960 tritt der neugegründete Kichenverein zur konstituierenden Sitzung zusammen. Obmann ist Pfarrer Franz Weiß. Obmann Stellvertreter ist Fachlehrer Johann Strunz.Am 25.10. 1969 legt Architekt Dipl. Ing. P. Pfaffenbichler den Plan zur neuen Kirche vor. Mit 13.5. 1971 fällt die letzte Entscheidung über den Bau einer neuen Kirche durch den Bischof. Bei einer Pfarrversammlung am 28. August 1971 stellt Baudirektor Dr. Fasching das Modell der neuen Kirche vor. Während eines Festgottesdienstes erfolgt am 10. September 1972 die feierliche Grundsteinlegung für die Kirche. Am 24. Juni 1973 wird der letzte Gottesdienst in der alten Pfarrkirche gefeiert. Im Sommer 1973 wird mit den Abbrucharbeiten an der alten Pfarrkirche begonnen . Viele Menschen fällt die Veränderung schwer, da sie schon an ihre Kirche gewohnt waren. Die Abbrucharbeiten der Kirche gestalten sich schwierig. weil die Grundmauern tief und fest sind, so daß sie von einem Sprengtrupp gesprengt werden müssen.

3.1. Das Jahr 1973, Glocken- und Kirchweihe

In einer Feldmesse am 22. Juli 1973 findet die Gockenweihe für die neue Kirche statt. Generalvikar Tampir nimmt die Glockenweihe vor. Die Glocken wurden gegossen bei der Fa. J. Grassmayr OHG aus Innsbruck. 1. Glocke: Ton G, 630kg, “Dem Einen und Dreifaltigen Gott zur Ehre” 2. Glocke: Ton H, 300kg, “Heilige Maria, Immaculata, wehre ab alles Böse von unserer Gemeinde” 3. Glocke: Ton D, 180kg, “Heiliger Josef, treuer Schützer unserer Familien, bitte für uns”. Die drei Glockenpatinnen sind Fr. Anna Eibensteiner, Fr. Desideria Rath und Fr. Hildegarda Schmid. Sie haben die Glocken gestiftet. Bischof Zak weiht am 9. September 1973 die neue Pfarrkirche. Der Leiter des Diözesanbauamtes, Dr. Fasching dankt dabei für die erbrachte freiwillige Arbeitsleistung und die Geldspenden, die im Wert von einer Million Schilling zur Finanzierung beitrugen. Die gesamt Baukosten betrugen etwa sechs Millionen Schilling.

3.1.1. Beschreibung der Pfarrkirche

Die Kirche ist das einzige Bauwerk des brutalistischen Neoexpressionismus in der Diözese. Der Bau ist in Sichtbeton gefertigt und besteht aus zwei polygonalen Kuben. Nur der freistehende Glockenturm ist traditionelles Merkmal eines Kirchenbaus, die grundrißliche Anlage gleicht noch dem bekannten Zweiraumsystem. Der Altarbereich befindet sich in der Mitte des Raumes. Eine Faltwand ermöglicht in einen “Sakralraum” und in einen Mehrzwecksaal zu teilen. Da es trotz mehrmaliger Isolierungsversuche immer wieder einregnet, erhält die Kirche 1981 ein Kupferdach.

3.1.2. Einrichtung und Ausstattung:

In der Wochentagskapelle, im östlichen Teil der Kirche befindet sich ein reliefierter keramischer Taufstein aus dem Jahr 1948. Aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt das barocke Kruzifix, und ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert ein barockes Ölbild “Anna Selbdritt” Eine Marienstatue aus dem Jahr 1911 ist rechts der Kreuzesdarstellung. Die Kreuzwegreliefs sind Bronzegüsse gestaltet von Josef Diethör aus Bad Hall. Am 1. Mai 1976 segnet Weihbischof Dr. Stöger aus St. Pölten die elektrische Orgel, die für die Kirche angeschafft wurde.1996 wird diese durch eine neue Orgel der Marke “Ahlborn” von der Firma Stingl ersetzt. Die Kosten öS 140.000 waren in kurzer Zeit durch Spenden gedeckt. Ich glaube, daß die Krummnßbaumer stolz sind auf ihre Kirche, obwohl es auch für manche Gläubige schwierig ist in der kalten Atmosphäre der Sichtbetonbauweise Heimat zu finden. Deshalb gibt es Überlegungen einen Teil der Kirche auszumalen. Die Verwendung als Mehrzweckraum hat sich im Alltag als keine befriedigende Lösung erwiesen und beim modernen Kirchenbau in der Diözese hat man in Zukunft andere Wege beschritten.

4 Die Pfarre heute

Die Sonntagsmesse ist jeweils um 8.45 Uhr. Zur Sonntagsmesse (einschließlich der Samstagvorabendmesse) finden sich in der Krummnußbaumer Pfarrkirche etwa 230- 250 Gläubige ein, das ungefähr 25% der gesamten Pfarrbevölkerung entspricht. Pfarrer Leopold Pitzl betreute nach dem Tod von Pfarrer Ferdinand Saffertmüller ab 1992 auch Säusenstein mit. Seit 1.9.97 wird diese Pfarre von Ybbs aus betreut und nach der Pensionierung von Pfarrer Obermayer hat unser Pfarrer Golling als zweite Pfarre. Aktuelle Probleme mit dem sich die Pfarrgemeinde und der Pfarrgemeiderat beschäftigt sind, u. a. der geplante Bau einer Bahnunterführung, von dem ein Teil des Pfarrgrundes betroffen ist und vermutlich die Parkmöglichkeiten vor der Kirche beeinträchtigt werden. Sorgen bereitet auch die elektrische Kirchenheitzung, deren Kosten jedes Jahr sehr hoch sind und sich im Jahr 1997 auf etwa öS 55.000.- belaufen. 1994 wurde mit einem Aufwand von öS 2.000.000 und mit der tatkräftigen Mithilfe der Pfarrbevölkerung der Pfarrhof renoviert.

5 Das Jahr 1997 - Abschied von zwei großen Persönlichkeiten der Pfarre und der Gemeinde

In memoriam Pfarrer i. R. Johann Hechtl

Am 2. Juli 1997 verstarb unser ehemaliger Pfarrer in Neulengbach nach einer langen, mit Geduld und Fassung ertragenen Krankheit im 65. Lebensjahr. Durch seine Art auch seine Krankheit zu tragen hat er vielen Menschen, vor allem den Kranken, damit Trost und Zuversicht gegeben. Pfarrer Hechtl wirkte von 24.9.1980 bis 22.8.1992 segensreich in unserer Pfarre. Die Jugend fühlte sich vor allem von ihm angesprochen. Er wird uns auch durch seine gedanklich und rhetorisch großartigen Predigten immer in Erinnerung bleiben. Bei der Gedächtnisandacht mit hl. Kreuzweg mit dem hw. Bischof Dr. Fasching und vielen Priesterkollegen in Neulengbach am 11. Juli brachte Bürgermeister Strunz in seiner Ansprache die letzten Grüße und den Dank von Gemeinde und Pfarre Krummnußbaum zum Ausdruck. Kurze Zeit nach dem Ableben von Pfarrer Johann Hechtl erreichte die Bevölkerung erneut eine Todesnachricht. Der Mann, der vor kurzen noch einen Nachruf für den zuvor verstorbenen Pfarrer gehalten hat, wird nun selbst zu Grabe getragen.

In memoriam Bgm. OSR. Johann Strunz

Bgm. Johann Strunz wurde am 17.2.1929 in Annastift geboren. Seit 1955 unterrichtete er an der Hauptschule in Krummnußbaum, wo er 1974 zum Hauptschuldirektor ernannt wurde, 1989 trat er in den Ruhestand. Neben seiner beruflichen Laufbahn widmete er sich den Vereinen und besonders der Musik. Er war Obmann und Chorleiter des Singvereines Krummnußbaum, Chorleiter des Kirchenchores, Chorleiter des Marbacher Gesangvereines (1956 - 1961) und Mitglied beim Bezirkslehrerchor. Er war Gründungsmitglied des Sportvereines, Mitarbeiter des Zivilschutzvereines und Leiter des Katholischen Bildungswerkes. Er wirkte im Pfarrgemeinde- und Pfarrkirchenrat. Für die ÖVP war er langjähriger Funktionär als Kassier und Obmann. Dem Gemeinderat gehörte er seit 1970 an, von 1975 - 1988 stand er als Vizebürgermeister an der Seite von Altbgm. Anton Bayer. Seit 1988 war er selbst Bürgermeister der Marktgemeide Krummnußbaum.

6 Gruppierungen und Einrichtungen in der Pfarre

Bildungswerk

Das katholische Bildungswerk wird geleitet von Gabriele Baumgartner. 2-3jährlich finden Vortragsabende statt, die zur Information, Weiterbildung und zur Unterhaltung der Bevölkerung beitragen.

Bücherei

Im Jahre 1978 wurde die Bücherei vom Pfarrhof in den Nebenraum der Kirche übersiedelt. In den letzten 20 Jahren entstand eine reichhaltige Sammlung von Büchern, die besonders im Bereich der Unterhaltungsliteratur und vielen Kinderbüchern ihren Schwerpunkt hat. Jeweils nach den Gottesdiensten am Samstag und Sonntag ist die Bücherei zugänglich. Büchereiträger ist die Pfarre Krummnußbaum, jedoch mit dem Status einer öffentlichen Bücherei, die somit auch jährlich von der Gemeinde eine Subvention zum Buchkauf erhält.

Charismatische Erneuerung

Der Gebetskreis in Krummnußbaum besteht seit 1988. Jeden Montag treffen sich bis zu 14 Personen zum gemeinsamen Gebet. Das Österreich-Sekreteriat der charismatischen Erneuerung befindet sich seit 1. Oktober 1996 in Krummnußbaum, wo Frau Anna Stoik als Sekretärin versucht die Termine in der Diözese und zum Ausland zu koordinieren.

Katholische Frauenbewegung

unterstützt pfarrliche Aktivitäten und hilft bei der Gestaltung kirchlicher Feiern mit. Einige Aktivitäten der KFB in Krummnußbaum im Lauf des Jahres sind: Organisation und Durchführung der Frauenwallfahrt, Verkauf der Weihnachtsbäckerei zugunsten der Leprakranken, das Schneiden des Getreides für die Erntekrone und Gestaltung von Kreuzweg und Maiandacht.

Katholische Männerbewegung

Obmann der KMB ist seit 1992 Johann Kerndler. Die Bewegung hat derzeit 58 Mitglieder. Zu den Aufgaben gehören, z. B. Durchführung der Opfersammlung an Sonn- und Feiertagen, Mithilfe beim Lektorendienst und Organisation der Fußwallfahrt nach Mariazell. Alljährlich wird eine Männerversammlung abgehalten und im Winterhalbjahr werden am Sonntag vormittag jeweils Aktivistenrunden veranstaltet.

Kirchenchor

Der jetzige Chorleiter Anton Faffelberger übernahm das Amt 1980 von seinem Vorgänger Johann Strunz, die ersten Chorleiter waren Karl Rauch und Gebhard Hehle. Der Kirchenchor wurde 1946 gegründet und zählt heute 23 Sängerinnen und Sänger zu seinen Mitglieder, durch die ca. 40 Proben und 30 Auftritte im Jahr, vorwiegend Hochämter und Begräbnisse, zählt der Kirchenchor sicher zu den aktivsten Vereinen im Ort.

Außerdem gibt es in der Pfarre eine Legio Mariae, eine Jungschargruppe und eine Mütterrunde als Teilorganisation der kath. Frauenbewegung.

7 Kleinkunstdenkmäler

7.1. Erste Kapelle im Ort

Eine Kapelle hat in früherer Zeit auch im Schloß Krummnußbaum bestanden. Graf Valentin Esterhazy erwarb auch die Meßlizens für die Kapelle, mit der Begründung, daß die anschwellende Erlauf ( auf dem Kirchweg nach Pöchlarn), für den Kirchenbesuch oft hinderlich ist. Errichtet wurde die erste Kapelle im Ort 1803. Aus dem Testament von Frau Stoidl standen 300 Gulden für einen Kapellenbau zur Verfügung. Der restliche Betrag kam von der Gemeinde. Die Glocke bezahlte Matthias Schön. Der Besitzer des Gasthofes von der Überfuhr gab auch einen Geldbetrag zum Kauf der Glocken. Die Kapelle erhielt einen hölzernen Turm mit einem Zwiebeldach und war mit Schindeln gedeckt. Später wird ein Vorbau an die Kapelle gestellt, darin befanden sich einige Bänke. 1912 wird der Turm abgebrochen im Kapellenraum die Gemeindebrückenwaage eingerichtet.1071978 wird die Kapelle von der Pfarre revitalisiert und erhält wieder einen kleinen Turm. Im Innenraum befindet sich heute eine Statue des hl. Josef, zur Ehrung der Gefallenen der beiden Weltkriege.

7.2.Maria Steinbründl

Der kleine Wallfahrtsort, in der Nähe von Wallenbach, liegt zwar auf dem Gemeindegebiet gehört aber nicht zur Pfarre Krummnußbaum, er ist aber beliebte Wallfahrtsstätte der Krummnußbaumer. Ursprung war ein Marterl aus Eichenholz, in diesem stand “ Unsere liebe Frau” aus Holz geschnitzt, in der Nähe eines Bründels. Die eichene Holzsäule hat vermutlich ein Landwirt aufgestellt: Er war nach dem Trinken des Wassers, dem eine heilende Wirkung zugeschrieben wurde von seiner “melancholischen Krankheit” geheilt. Während der Franzosenzeit wird die Heilung des Sohn des Kotbauern, der Priester werden wollte berichtet. Er litt an einem schweren Augenleiden und nachdem er sich die Augen gewaschen hatte wurde er gesund, daraufhin entstand 1809 die Kapelle. Wegen dem großen Andrang der Wallfahrer wird die Kapelle vergrößert und erhält einen Glockenturm, der 1919 von einem Sturm zerstört wird

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Die Kapelle wird nach dem 2. Weltkrieg in eine Lourdesgrotte umgestaltet. Die holzgeschnitzte Muttergottesstatue wird in einer Nische neben dem Eingang aufgestellt. Die zahlreichen Pilger und die vielen Spenden ermöglichen schließlich, daß eine größere Kapelle nach Plänen des Wiener Architekten Erwin Plevan erbaut werden kann. Der Neubau der Kapelle entsteht im Jahr 1973. Es ist eine kleine, moderne Kapelle mit einer Sakristei und einen schlicht gehaltenen Andachtsraum, in der sich auch eine neuere Madonna befindet. Die alte Kapelle blieb erhalten, in ihr befindet sich das Gnadenbild über dem Bründl.

7.3. Die Filialkirche in Holzern

Der Name lautet 1209 “Holtzarn” und bedeutet: “bei den Leuten, die im Wald wohnen”, bzw. “im Wald arbeiten”. In Holzern befindet sich die Kirche, die dem Bischof Nikolaus, dem Schutzpatron der Schiffer geweiht ist, deshalb nennen sie die Bewohner auch “Nikolo - Kirchlein”. Kaufleute sollen sich hier versammelt haben, bevor sie die Reise durch die durch Raubritter bedrohte Wachau antraten. Im Volksmund wird die Kirche auch “Roßkircherl” genannt, weil die Türken in der Kirche ein Pferd zurückließen, das man später verhungert vorfand.

7.3.1.Geschichte der Filialkirche

Am 25. November ist eine Schenkung des Grafen Friedrich von Peilstein nach Regensburg durch Otto von Holtzarn bezeugt. Die Holtzinger hatten um 1400 teil an den Rechten des Gerichts in Pöchlarn. Die Nikolaus Kapelle wurde wird um 1430 errichtet. Der Bau wird mit 2 Pfund jährlichen Abgaben zu Holzern und zwei Lehen und halben Zehent an Wein und Getreide zu Wolfering (bei Erlauf) bestiftet, die Bischof Friedrich von Regensburg am 20. Februar 1451 von der Lehenschaft der Pfarre Pöchlarn befreite. Da die Kirche in einem schlechten Zustand war nahm die Herrschaft 1655 den Zehent zu Holzern von der Pfarre Pöchlarn an sich. Die Kirche wird erneuert und erhält in dieser Zeit vermutlich auch die beiden Seitenkapellen. 1969 erfolgt die Pfarrerhebung in Golling, dabei wird der Ort Holzern in die Pfarre Krummnußbaum eingepfarrt. Am Fest des Hl. Nikolaus wird jährlich eine Messe in der Kirche gefeiert.

7.3.2. Beschreibung des Bauwerkes

Der Kirche hat eine mittelalterliche Erscheinung und ist trotz seiner geringen Größe ein wuchtig wirkender Bau. Am 5/8 Chorschluß befinden sich zweiteilige Spitzbogenfenster mit zum Teil entfernten Maßwerk. Zwischen abgestuften Strebepfeilern mit Pultdächern, ist das großflächige und weit herabgezogene Steildach. Markantes Zeichen der Kirche ist der viereckige und oben ins Achteck übergehende Südturm, mit Steinhelm und gemauertem Giebelkreuz.

7.3.3. Der Innenraum

Ein spätbarocker Hauptaltar mit einem großen Kruzifix .Hinter dem Hauptaltar sind drei Chorfenster, aus Mitte des 15. Jahrhunderts, angeordnet mit 6 Fragmenten von gotischen Glasgemäldetafeln mit Heiligendarstellungen :Wilpold(Willibald), Dibold(Theobald), Mutter Gottes mit dem Kind und dem Stifter mit Wappen des Pankranz von Plankenstein, Nikolaus, Hedwig und Katharina. Auf der südlichen Chorwand befindet sich ein barockes Bild, das die hl. Familie darstellt. Ein Altarbild, welches den hl. Nikolaus zeigte und 1771 der Persenbeuger Maler Georg Albert Putz lieferte ist heute nicht mehr erhalten. In der Kirche sind zwei Seitenaltäre. Auf einem Seitenaltar stehen die vom Ybbser Bildhauer Wittmann hergestellten barocken Statuen der Heiligen Isidor und der Heiligen Notburga.Am südlichen Seitenaltar befindet sich der älteste Gegenstand des Kirchenraumes. Es ist eine graue Platte aus Stein, die zuerst als Grabstein verwendet wurde und später in die Kirche gebracht wurde. Sie trägt die Inschrift: Anno domini CCCLXXXXV(1395) obiit in die S.Marci pap... Außerdem befinden sich im Hauptraum zwei spätgotische Opferstöcke, bestehend aus Granitblöcken mit einem schmiedeeisernem Verschluß.